Osteopathie für Säuglinge

Wann und Wozu Säuglingsosteopathie

Die Osteopathie Behandlung für Säuglinge unterscheidet sich sehr von der Behandlung Erwachsener, weil die Anatomie und die Ausbildung der Körpersysteme des Babys sehr anders sind. Bei Babys sind sämtliche Systeme weniger entwickelt und funktionieren daher langsamer als bei Erwachsenen. Sie werden im Laufe der kindlichen Entwicklung weiter ausgebildet und unterliegen einer sehr großen Wachstumsdynamik, was manchmal hilfreich für die Behandlung sein kann, aber auch dazu beitragen kann, dass Probleme auftreten.

Die Muskeln eines Babys sind z.B. noch sehr viel weniger nervlich versorgt und brauchen daher viel länger, um eine Anpassung an die Schwerkraft vorzunehmen – auch sichtbar daran, dass das Baby den Kopf anfangs nicht gut heben kann.

Bei der Geburt besteht der Schädel noch aus vielen einzelnen Knochen, die sehr beweglich zueinander sind, was bei dem Geburtsvorgang hilfreich ist, da es eine bessere Mobilität des Kopfes durch den Geburtskanal erlaubt. Es kann jedoch zu Spannungen innerhalb des darunter gelegenen Membransystems der Hirnhäute kommen, welches mögliche Asymmetrien unterstützen kann.

Osteopathie-Behandlung bei einem Säugling (Beispielbild)

Osteopathie-Behandlung bei einem Säugling (Beispielbild)

Auch im Mutterleib selbst, durch die Lage des Babys, kann es zu Einflüssen auf diese o.g. Systeme kommen. So wird ein ungünstiger Einfluss während der Schwangerschaft vermutet, wenn das Kind sich nicht mehr genügend bewegt oder während der Geburt große Druckeinwirkungen stattfinden, die vom System des Babys zu dem Zeitpunkt nicht oder weniger gut integriert werden können.

 

Wie läuft die Osteopathie Behandlung bei Säuglingen ab

Bei Ihrem ersten Termin erfrage ich Angaben (osteopathische Anamnese) zur möglichen Beschwerdegeschichte Ihres Kindes. Dabei geben mir Fragen zu Ihrer Schwangerschaft und zur Geburt mögliche Anhaltspunkte. Die Anamnese soll auch Informationen geben, falls es medizinisch notwendig sein sollte, dass für Ihr Kind wichtige, weiterführende Untersuchungen von einem Arzt durchgeführt werden sollten.

Danach schließt sich die Untersuchung Ihres Kindes an. In der Untersuchung möchte ich herausfinden, wo Bewegungen in den drei Systemen (Muskel-Skelett-, Organ-, Cranio-sacral System) des Körpers, frei beweglich und das Gewebe ohne Spannung ist und wo nicht. In der Untersuchung werden zu erwartende Reaktionen und Reflexe Ihres Babys oder altersentsprechende motorische Fähigkeiten Ihres Kindes überprüft.

Aufgrund der Anamnese und der Untersuchung schließt sich die Behandlung an. Dabei kommen sehr sanfte Techniken aufgrund der großen Nachgiebigkeit der Gewebe von Babys zum Einsatz. Spannungen im Körper ihres Kindes sollen durch die Behandlung mobilisiert und in die freie Beweglichkeit integriert werden.

Anwendungsbeispiele können in der osteopathischen Literatur u.a. wie nachfolgend beispielhaft aufgeführt gefunden werden:

  • Bewegungsstörungen Hals- und Brustwirbelsäule

  • Still – und Trinkprobleme

  • allgemeine Spannungsprobleme (Hyper-,Hypotonie)

  • Verdauungsprobleme des Säuglings

  • Beweguns-, Lageasymmetrie sowie Kopfasymmetrie

  • begleitende Behandlung bei Helmtherapie

  • Geburt mit Hilfsmitteln z.B. Saugglocke

  • Hüftstellungs-Asymmetrien

  • Abnorme Fußstellung

  • Ohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen

  • Z. n. Operationen z.B. Herzoperationen beim Säugling

    In der Benennung der hier beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete kann kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Es besteht g.g.f. keine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d. h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.